Trotz Sabotage: Simon Grundmann steigert sich beim Ironman Hamburg deutlich

Nach seiner ungewöhnlichen Triathlon-Premiere im vergangenen Jahr in Kopenhagen stellte sich Simon Grundmann von der LG Steinlach-Zollern nun seinem zweiten Triathlon – und gleich auch der zweiten Langdistanz. Beim Ironman Hamburg zeigte der 28-Jährige eine deutliche Leistungssteigerung und verbesserte seine persönliche Bestzeit um rund eine halbe Stunde auf beachtliche 10:34:58 Stunden. Unter rund 3.000 Teilnehmern belegte er den 541. Gesamtrang sowie Platz 88 der Altersklasse M25–29.
Die Voraussetzungen waren alles andere als ideal. Während des gesamten Wettkampfs herrschten sehr windige und zeitweise ziemlich regnerische Bedingungen. Besonders auf der 180 Kilometer langen Radstrecke erschwerten nasse Straßen das Rennen und drosselten insbesondere in den zahlreichen innerstädtischen Kurven das Tempo.
Den größten Rückschlag musste Grundmann jedoch auf der Radstrecke hinnehmen. Wie zahlreiche weitere Athleten war auch er von den Sabotageaktionen betroffen, bei denen auf einem Streckenabschnitt Metallspäne ausgestreut worden waren. Gleich zweimal erlitt er einen Reifendefekt. Während sich der erste Defekt mithilfe einer CO₂-Kartusche noch vergleichsweise schnell beheben ließ, erforderte der zweite Schaden das Einziehen eines Schlauchs in den Tubeless-Reifen. Dadurch verlor Grundmann mehrere wertvolle Minuten. Bis zu diesem Zeitpunkt war er mit einem Durchschnittstempo von deutlich über 35 km/h unterwegs gewesen. Trotz der beiden Reparaturen erreichte er das Ziel der Radstrecke noch mit einem Schnitt von knapp 34 km/h.
Bereits beim Schwimmen war der ehemalige Nachwuchs-Leichtathlet der LG Steinlach-Zollern etwas ausgebremst worden. Aufgrund der Einteilung in eine langsamere Startgruppe schwamm er über weite Strecken zahlreiche Athleten auf und konnte sein eigentliches Tempo nicht entfalten. Mit 1:14 Stunden blieb er dadurch trotz deutlich verbesserter Schwimmform sogar etwas über seiner Zeit aus dem Vorjahr.
Seine größte Leistungssteigerung gelang dem Sickinger auf dem abschließenden Marathon. Obwohl er nach den Reifenpannen auf dem Rad versuchte, verlorene Zeit wieder aufzuholen und das Rennen dadurch etwas zu schnell anging, lief er den Marathon in 3:48 Stunden. Dem hohen Anfangstempo musste er auf den letzten 15 Kilometern Tribut zollen, als er es wie schon im Vorjahr immer wieder mit Krämpfen zu tun bekam. Dennoch war er rund eine Dreiviertelstunde schneller als bei seinem Ironman-Debüt im Vorjahr.
Schade, dass ihn die beiden Reifenpannen auf der Radstrecke mehrere wertvolle Minuten kosteten. Bei einem störungsfreien Rennverlauf wäre möglicherweise sogar eine Zeit in Richtung der prestigeträchtigen Zehn-Stunden-Marke möglich gewesen. Man darf gespannt sein, welche Zeiten mit zunehmender Wettkampferfahrung künftig noch möglich sind.




