Mehrer trotzt der Hitze und wird Vize-Europameister

Dass Nico Mehrer von der LG Steinlach-Zollern wahrscheinlich auch bei der Ironman-WM auf Hawaii vorne mitmischen könnte, zeigte sich eindrucksvoll bei der Ironman-EM in Frankfurt – denn bei Temperaturen, die selbst auf der sonnenverwöhnten Pazifikinsel kaum erreicht werden, holte sich Mehrer in der Mainmetropole den EM-Vizemeistertitel seiner Altersklasse M25.
Wegen der Rekordhitze in Frankfurt verkürzte der Veranstalter die selbst bei normalen Temperaturen schon fast unmenschlich anstrengenden Distanzen. Zwar blieb die Schwimmstrecke mit 3,8 km ungekürzt, aber auch das Schwimmen im fast 30 Grad warmen See und ohne Neoprenanzug war an diesem Tag eine außergewöhnliche Herausforderung. Nico Mehrer absolvierte die Auftaktdisziplin in der hervorragenden Zeit von rund 56 Minuten und lag damit bereits an zweiter Position seiner Altersklasse. Dann legte Mehrer aber erst so richtig los. Trotz der unbarmherzig strahlenden Sonne schlug er auf der auf 125 km verkürzten, aber weiterhin welligen und anspruchsvollen Radstrecke ein Höllentempo an und kam nach fast exakt 3 Stunden bereits wieder in die Wechselzone. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 41,75 km/h war er schnellster Athlet aller Altersklassen und überflügelte sogar einige Profis. In der Abschlussdisziplin, die vom vollen auf einen halben Marathon reduziert wurde, musste Mehrer dann sowohl seinem Rekordritt auf dem Rad, aber auch der quälenden Hitze Tribut zollen. Ausgiebige Abkühlung an den Verpflegungsstellen war jetzt elementar wichtig. Nach 1:37 Stunden für die 21,1 Laufkilometer und insgesamt 5:41 Stunden finishte Mehrer mit nur rund einer Minute Rückstand auf den Sieger als Ironman-Vizeeuropameister der AK M25. Das könnte sogar für einen WM-Slot auf Hawaii in diesem Jahr genügen, allerdings peilt der junge Lehrer einen Start im Triathlon-Mekka erst in den Folgejahren an. Dass er ausreichend hitzebeständig wäre, hat er nun aber schon mal bewiesen.
Stefan Riethmüller von der LG Steinlach-Zollern war in Frankfurt ebenfalls am Start und zeigte eine starke Ausdauerleistung. Ohne Neoprenunterstützung und in einem dichtgedrängten Feld war die Zeit von 1:18 Stunden für die 3,8 km Schwimmdistanz ein solider Auftakt. Ähnlich wie sein Vereinskamerad Mehrer schlug auch Riethmüller auf dem Rad ein hohes Tempo an und machte in 3:25 Stunden (36,7 km/h Durchschnitt) viel Boden auf seine Mitstreiter gut und hätte diesen Speed wahrscheinlich auch über die üblichen 180 km halten können. Der abschließende Halbmarathon verlangte dann aber auch von ihm in der Zeit von 1:48 Stunden außergewöhnlich viel Durchhaltevermögen. Nach insgesamt 6:42 Stunden finishte er erschöpft, aber zufrieden und platzierte sich mit Rang 48 unter fast 300 internationalen Startern in seiner Altersklasse M40 weit vorne.




