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Deutsche Mehrkampfmeisterschaften U16:


Geschrieben von Martin Grundmann. Veröffentlicht in LA Aktuelles 2019.

Sandrina Sprengel wird Deutsche Vizemeisterin im Siebenkampf mit baden-württembergischen Rekord – Team nach tollen Leistungen mit Bronze belohnt

Mainz 200BildMit Sandrina Sprengel, Lynn Eissler, Sophia Neugebauer und Leni Herter hatten sich vier U16-Mädels der LG Steinlach-Zollern für die diesjährigen deutschen Schülermehrkampfmeisterschaften in Mainz qualifiziert. Sie lieferten unter der Betreuung ihrer Coaches Tim Holzapfel und Niklas Kretschmer einen eindrucksvollen Wettkampf ab. Das LGSZ-Team steigerte die Vorleistung um ca. 300 Punkte auf 10.610 Punkte und gewann damit die Bronzemedaille. In der Einzelwertung steigerte sich Sandrina Sprengel bei den W15 um über 100 Punkte auf unglaubliche 4.062 Punkte. Damit überbot sie den bisherigen württembergische Rekord von 3.964 Punkte deutlich und übertraf sogar den Baden-Württembergischen Rekord von 4.050 Punkten. Mit dieser grandiosen Punktzahl holte sich Sandrina die Silbermedaille. Zu Gold auf Kajsa Zimmermann aus Halle/Saale fehlten ihr ganze 20 Punkte und selbst zum Deutschen Rekord in dieser Altersklasse fehlten ihr nur etwa 40 Punkte. In vergangenen Jahren hätte Sandrinas Punktzahl selten einmal nicht zu Gold gereicht.

Die beiden dem jüngeren U16-Jahrgang angehörenden W14er-Mädchen, Sophia Neugebauer und Leni Herter, steigerten ihre bisherigen Bestleistungen im Siebenkampf um jeweils über 200 Punkte. Leni Herter markierte dabei in den sieben Disziplinen 6 neue persönliche Bestleistungen. Lynn Eissler bekam bereits am ersten Tag beim Hochsprung massive Schmerzen in der Hüfte, quälte sich für die Teamwertung aber bis zum Ende durch den Wettkampf. Es ist sehr bewundernswert, dass die jungen Siebenkämpferinnen trotz aller Aufregung im Vorfeld gerade bei den Deutschen Meisterschaften sich so steigern konnten.

Die vier Athletinnen der LG Steinlach-Zollern gingen bei dieser Deutschen Meisterschaft verständlicherweise mit einer gewissen Anspannung in den Auftakt des 100m Laufes. Doch offensichtlich wurde die Aufregung in positive Energie umgewandelt. Denn alle vier Starterinnen rannten die 100m so schnell, wie noch nie zuvor in ihrer noch jungen Karriere. Die schnellsten Zeiten wurden für Sandrina Sprengel mit windbegünstigten 12,40s und für Sophia Neugebauer bei zulässigem Rückenwind mit 13,25s gemessen.
Im Weitsprung ging es ähnlich weiter. Sandrina Sprengel (5,80m), Lynn Eissler (4,87m) und Leni Herter (4,42m) erzielten gleich im ersten Versuch neue PB´s. Lediglich Sophia Neugebauer machte es wieder einmal spannend. Ihre ersten beiden (sehr guten) Sprünge waren leicht übertreten. Im dritten ging sie etwas auf Sicherheit, machte den Sprung zum Glück gültig und landete bei 4,78m. Damit blieb sie zwar unter ihren Möglichkeiten, das Team wahrte aber alle Chancen. Sandrina ließ im letzten Versuch mit 5,83 nochmals eine weitere PB folgen und ging in der Einzelwertung des Siebenkampfes sogar in Führung.
Beim Kugelstoß war der erste Durchgang außer bei Sandrina Sprengel, die gleich mit 11,67m wieder eine PB aufstellte, bei den anderen Dreien nach gutem Einstoßen von übergroßer Vorsicht geprägt. Doch im zweiten Durchgang gab es dann bei allen einen Ruck und drei neue PB‘s. Sandrina stieß erstmals über 12m (12,20m), Sophia erstmals über 9m (9,27m) und Leni kam auf 7,57m.
Der Abschluss des ersten Tages im Hochsprung brachte für das Team einen Dämpfer. Lynn konnte unter großen Schmerzen die Anfangshöhe beim Hochsprung überwinden, musste dann aber den Hochsprung danach aber leider abbrechen. Leni und Sophia sprangen sehr gut. Leni sprang neue PB (1,37m) und Sophia konnte mit dem verkürzten 5-Schritt-Anlauf endlich mal wieder an frühere Zeiten anknüpfen (1,46m). Sandrina hatte mit dem Anlauf ihre Schwierigkeiten, dennoch sprang sie 1,64m und konnte nach dem ersten Tag ihre knappe Halbzeitführung behaupten. Punktemäßig hatte sie sich um ca. 80 Punkte auf 2.397 Pkt. gesteigert und lag damit über dem WLV-Rekord im Vierkampf. Da bei der DM aber keine Vierkampfwertung ausgeschrieben ist, geht diese Leistung auch nicht in die Rekordlisten ein. Auch Leni Herter (+ 150 Pkt) und Sophia Neugebauer (+ 80 Punkte) steigerten sich zum Saisonhöhepunkt ganz beachtlich. Da selbst Lynn Eissler trotz der Hüftprobleme sich insgesamt etwas steigern konnte, lag das Team der LG SZ nach all den Steigerungen nach dem ersten Tag auf einem tollen 2. Rang.

Zu Beginn des zweiten Tages standen die 80m Hürden auf dem Programm. Lynn Eissler musste als erstes ran und lief trotz ihrer Schmerzen ein technisch erstaunlich gutes Rennen. Als Lohn blieb sie erstmals unter 14 Sekunden. Dann galt es für Sandrina Sprengel, über die Hürden den Vorsprung möglichst noch weiter auszubauen. Am Start ging sie etwas zu verhalten in die Hürden hinein. Mit 11,86s konnte sie im Ziel zwar zufrieden sein, allerdings auf ihre engste Verfolgerin weniger Punkte herausholen, als erhofft. Leni Herter wuchs über die Hürden über sich hinaus. Nicht nur bis zur 2. oder 3. Hürde, sondern bis zum Ziel stürmte sie im 3-Rhythmus durch. 13,77s bedeuteten bald eine Sekunde Verbesserung ihrer PB. Sophia Neugebauer, die sich in diesem Jahr über die Hürden erstaunlich entwickelt hat, lief erneut starke 12,59s.
Zum Speerwurf traten die LG-Mädels mit gemischten Gefühlen an, weil es dort beim letzten Siebenkampf einige Probleme gegeben hatte. Doch dieses Mal kamen alle vier mit guten Leistungen durch den Wettbewerb. Leni Herter steigerte ihre PB sogar deutlich auf über 24m.
Vor dem abschließenden 800m-Lauf war die Ausgangsposition folgende: Sandrina führte im Einzelwettbewerb mit umgerechnet 3,5 Sekunden. Das Team hatte sich auf Rang 3 festgesetzt. Das 800m-Rennen der Führenden in der W15 begann in einem höllischen Tempo. Um ihre Siegchancen zu wahren, musste Sandrina dieses Tempo mitgehen. Sie kämpfte aufopferungsvoll, musste dann aber ca. 250m vor dem Ziel etwas abreißen lassen. Sie lief in 2:30min ins Ziel, ihre ärgste Verfolgerin aus Halle/Saale hatte sich aber auf 2:23min gesteigert und damit Sandrina noch von der Spitze verdrängt. Doch nach diesem Verlauf des Siebenkampfes braucht Sandrina nicht über eine verlorene Goldmedaille traurig zu sein, sondern darf sich über eine Silbermedaille nach einem unglaublichen Wettkampf freuen. Nachdem bei dem starken Wind die anderen drei ihre Läufe auch noch gut zu Ende brachten, war die Freude beim Team über eine gewonnene Bronzemedaille groß.

Die LG Steinlach-Zollern-Ergebnisse im Detail:

WJU16:

W15: 7-Kampf: (100m – Weit – Kugel - Hoch / 80m Hürden- Speer 500g – 800 m)

Sandrina Sprengel – 4.062 Punkte – -Deutsche Vizemeisterin (neuer baden-württembergischer Rekord)
(12,40s (w) – 5,83m (PB) – 12,20m (PB) – 1,64m / 11,86s – 35,70m – 2:30,26min)

Lynn Eissler – 3.201 Punkte – Rang 13
(14,01s (PB) – 4,87m (PB) – 11,39m – 1,29m / 13,91s (PB) – 25,01m – 3:02,60min

W14: 7-Kampf: (100m – Weit – Kugel - Hoch / 80m Hürden- Speer 500g – 800 m)

Sophia Neugebauer – 3.347 Punkte (PB) – Rang 12
(13,25s (PB) – 4,78m – 1,46m – 9,27m (PB) / 12,59s – 21,97m – 2:57,93min)

Leni Herter – 3.038 Punkte (PB) – Rang 15
(14,42s (PB) – 4,42m (PB) – 7,57m (PB) – 1,37m (PB) / 13,77s (PB) – 24,09m (PB) – 2:59,00min)

7-Kampf-Mannschaft – 10.610 Punkte – Rang 3

Herzlichen Glückwunsch den Athletinnen und ihren Trainern!

Bilder in der Fotogalerie