Hallen-Leichathletik-EM: Gelungenes Debüt von Sandrina Sprengel auf der großen Bühne

Bei den Leichtathletik-Hallen-Europameisterschaften im niederländischen Apeldoorn durfte Sandrina Sprengel (LG Steinlach-Zollern) im Fünfkampf der Frauen ihre Premiere für die deutsche A-Nationalmannschaft geben, nachdem sie sich für das Feld der besten 14 Fünfkämpferinnen in Europa qualifiziert hatte. Nach den Vorleistungen als Neuntbeste aller Starterinnen in dieser Hallensaison hatte sie sich Rang acht als Ziel vorgenommen.
Dieses Unterfangen bekam beim Wettkampfauftakt über die 60m Hürden einen Dämpfer, nachdem die einzige deutsche Mehrkämpferin im Feld leider den Start „verschlafen“ hatte und dann bei der Aufholjagd auch nicht mehr so richtig in die Gänge kam. So überquerte sie die Ziellinie nach 8,50s und blieb damit zwölf Hundertstel über ihrer Bestzeit, die sie zwei Wochen zuvor bei den Deutschen Meisterschaften aufgestellt hatte. „Das Warmup über die Hürden lief richtig gut. Vor dem Rennen war ich dann bei meinem ersten Start bei den Aktiven doch ziemlich aufgeregt. Davon konnte ich mich dann auch nicht mehr freimachen. Nach dem Rennen war ich doch geknickt, weil ich deutlich mehr draufhatte“, berichtet die LGSZ-Athletin über ihren Wettkampfauftakt. In der Gesamtwertung hielt sich der Punktverlust aber noch in Grenzen.
Im Hochsprung sah es anfangs nach einer Trendwende aus. Mit starken Versuchen im Einspringen schien Sandrina Sprengel sich nachdrücklich rehabilitieren zu wollen. Aber im Wettkampf war sie dann erneut nicht locker genug und musste sich dieses Mal mit 1,69m begnügen. Im Vergleich zu ihrer Bestmarke von 1,83m ließ sie damit viele wertvolle Punkte liegen und rangierte nach dem Hochsprung auf Rang 13. „Danach war ich schon traurig. Die Aufmunterungen aus dem Team bestärkten mich, mit neuem Mut und Entschlossenheit weiter zu Werke zu gehen“, so ihre Gefühlsbeschreibung nach der zweiten Disziplin.
Mit dieser Einstellung meldete sich die Jüngste aller Teilnehmerinnen im Fünfkampf eindrucksvoll mit einer neuen Kugelstoßbestleistung im Wettkampf zurück. Auf 14,22 Meter flog ihre Kugel im zweiten Versuch. „Erstmals die 14m-Marke geknackt zu haben, das war schon cool“, fasst sie später dieses Glücksgefühl in Worte. Damit lag sie im Fünfkampf sogar wieder auf Bestleistungskurs und schob sich in der Gesamtwertung auf Rang zehn nach vorne.
Nach einer kurzen Mittagspause folgte für Sandrina Sprengel mit dem Weitsprung die Disziplin, in welcher sie sich zuletzt ausgesprochen stark und sicher präsentiert hatte. So holte sie bei der deutschen Hallen-Einzel-Meisterschaft unlängst mit 6,47m die Bronzemedaille. Im Wettkampf in Apeldoorn folgte nach einem völlig verunglückten ersten Sprung ein sehr guter, aber minimal übergetretener Versuch. So war vor dem letzten Versuch Nervenstärke und Kampfgeist gefordert. Beides bewies die (Sieben)-„Kämpferin“ eindrucksvoll. Unmittelbar vor dem Brett abspringend, flog sie bis auf 6,27 Meter hinaus und erzielte damit noch die fünftbeste Weite im Feld. Diese brachte sie in der Gesamtwertung bis auf Platz sechs nach vorne. „Vor dem dritten Sprung musste ich vom Anlauf her sicherheitshalber etwas zurückgehen. Dann 6,27m „ohne Brett“ waren für mich echt in Ordnung. Insgesamt hatte ich Spaß beim Weitsprung, der große Druck war inzwischen weg“, lautete ihr Disziplinfazit.
Beim abschließenden 800m-Lauf wollte Sandrina Sprengel nochmals eine neue persönliche Bestmarke laufen. Obwohl sie später berichtete, „trotz der mega Stimmung in der Halle gar nicht so richtig in den Lauf hineingefunden zu haben“, erzielte sie in 2:17,83min dennoch die angepeilte neue persönliche 800m-Bestzeit. Damit beendete sie ihren ersten Mehrkampf auf der ganz großen Bühne der internationalen Leichtathletik, der wie ein typischer Mehrkampf von Höhen und Tiefen geprägt war, auf einem beachtlichen siebten Rang. Insgesamt sammelte die deutsche Nachwuchshoffnung in der Endabrechnung 4.445 Punkte – und damit exakt genauso viele wie bei der Hallen-DM vier Wochen zuvor. Für die Sommersaison scheint sie sich aber noch etwas aufgespart zu haben.