Hoher Anspruch, große Nervenstärke – Clesio de Carvalho holt DM-U18-Titel im Winterwurf
Clesio de Carvalho von der LG Steinlach-Zollern, der erst in diesem Jahr in die Altersklasse U18 aufgestiegen ist, zeigte bei den Deutschen Jugend-Hallen- und Winterwurf-Meisterschaften in Sindelfingen eine eindrucksvolle Leistung. Mit dem 1,5-kg-Diskus steigerte er seine persönliche Bestleistung deutlich und sicherte sich den deutschen Meistertitel. Für David Kleinschrodt gestaltete sich der Wettkampf hingegen ziemlich herausfordernd.
Nach einem nervösen Beginn mit einem ungültigen ersten Versuch gelang Clesio de Carvalho im zweiten Durchgang ein Sicherheitswurf auf 54,32 m, der ihm die Finalteilnahme sicherte. Im dritten Versuch steigerte er sich bereits deutlich auf starke 59,33 m. In den folgenden Durchgängen passte die Technik nicht immer perfekt, doch im sechsten und letzten Versuch bekam er den Diskus optimal „zum Segeln“ und erzielte hervorragende 59,90 m. Damit kratzte er an der 60-Meter-Marke und holte sich verdient den Titel in der U18. Der ein Jahr ältere Mitfavorit John-Christian Schochardt aus Neubrandenburg blieb mit 58,60 m ebenfalls auf sehr hohem Niveau, musste sich jedoch knapp geschlagen geben.
Das große Nachwuchstalent aus den Reihen der LGSZ zeigte sich nach dem Wettkampf zufrieden: Der Titel sei von Anfang an sein klares Ziel gewesen – mit durchaus realistischen Weitenerwartungen. Dieser eigene Anspruch habe ihn im ersten Versuch zunächst blockiert, berichtete Clesio de Carvalho im Nachgang. Mit zunehmendem Wettkampfverlauf habe er jedoch besser in seinen Rhythmus gefunden und schließlich seine Erwartungen übertroffen. Die Unterstützung der angereisten Vereinskollegen habe ihm geholfen, die Nervosität abzulegen. Nach diesem starken Einstieg darf man gespannt auf die Sommersaison mit dem großen Ziel U18-EM blicken.
Weiterer LGSZ-Starter mit Pech
Neben Clesio de Carvalho ging für die LGSZ auch David Kleinschrodt an den Start. Der Zehnkämpfer, der über 200 Meter gegen die Spezialisten antrat, startete jedoch unter alles andere als optimalen Voraussetzungen. Erst in der Vorwoche war er bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften mit einer Bänderverletzung ausgeschieden, anschließend musste er krankheitsbedingt mit einer Grippe pausieren.
Um Kräfte zu sparen, verzichtete er am Samstag auf einen Start über die 60-Meter-Hürden und konzentrierte sich ganz auf die 200 Meter am Sonntag. Dort zeigte er auf der ersten Rennhälfte seine Sprintstärke. Auf den letzten Metern fehlten jedoch die nötigen „Körner“, sodass er sich in 22,88 Sekunden unter Wert geschlagen geben musste. Rund eine halbe Sekunde fehlte ihm damit auf seine persönliche Bestzeit, die er erst kürzlich als Baden-Württembergischer Meister aufgestellt hatte, und konnte sich somit nicht für die Finalläufe qualifizieren.


