Bronze-Krimi bei der DM: Paul Zukunft kontert im letzten Sprung

Auch bei den Deutschen U16- und U20-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid gab es für die LG Steinlach-Zollern Edelmetall. Eine Woche nach den erfolgreichen Titelkämpfen der U18 und U23 gewann Paul Zukunft in einem spannenden Dreisprungfinale überraschend die Bronzemedaille der Altersklasse M15. David Kleinschrodt belegte im Weitsprung der U20 den siebten Platz. Nina Richter qualifizierte sich über 300 Meter Hürden für das B-Finale, musste auf einen weiteren Start jedoch verletzungsbedingt verzichten.
Paul Zukunft kontert im letzten Versuch
Bei seinen ersten Deutschen Meisterschaften ging Paul Zukunft gleich in zwei Disziplinen an den Start und erlebte dabei ein Wechselbad der Gefühle.
Im Weitsprung verpasste der 15-Jährige am Freitag nur knapp den Einzug ins Finale. Sein sehr weiter erster Versuch war knapp übertreten. Im zweiten Durchgang agierte er etwas zu vorsichtig, verschenkte am Absprungbrett wertvolle Zentimeter und landete bei 5,86 Metern. Auch der dritte Versuch war ungültig. Damit schied Paul als Neunter des Vorkampfes aus.
Mit seiner persönlichen Bestleistung von 6,22 Metern war er deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben. Bereits 5,99 Meter hätten an diesem Tag für den Finaleinzug gereicht. Dass diese Weite möglich gewesen wäre, hatten vor allem seine knapp übertretenen Versuche gezeigt.
Am zweiten Wettkampftag hatte Paul die Enttäuschung abgehakt und ging mit viel Engagement in den Dreisprung. Als erster Teilnehmer musste er den Wettbewerb eröffnen – und meisterte diese Aufgabe mit Bravour. Gleich im ersten Versuch steigerte er seine persönliche Bestleistung auf 12,54 Meter. Nach dem ersten Durchgang lag er damit sogar an der Spitze des Feldes.
Im zweiten Versuch bestätigte er seine starke Form mit 12,53 Metern. Keiner der teilweise mit deutlich besseren Meldeleistungen angereisten Konkurrenten konnte ihn im Vorkampf von Platz eins verdrängen. So zog der Hechinger im Trikot der LG Steinlach-Zollern als Führender in die drei Finaldurchgänge ein.
Dort entwickelte sich ein echter Krimi. Im fünften Durchgang wurde Paul auf den dritten Platz verdrängt – nur zehn Zentimeter trennten ihn zu diesem Zeitpunkt von der Führung. Anschließend gelang ihm sein vermeintlich bester Sprung des Tages, der nach der Kontrolle des Absprungs jedoch für ungültig erklärt wurde.
Im letzten Durchgang zogen zunächst zwei weitere Konkurrenten an ihm vorbei. Paul fiel damit auf Rang fünf zurück. Als letzter Springer des gesamten Wettbewerbs hatte er jedoch noch die Möglichkeit zu kontern. Unter großem Druck steigerte er sich auf 12,57 Meter und eroberte damit die Bronzemedaille.
Die Freude über diesen Erfolg war riesig: zunächst auf Goldkurs, anschließend auf Rang fünf zurückgefallen und mit dem letzten Sprung doch noch auf das Podest – spannender hätte der Wettbewerb kaum verlaufen können.
Bemerkenswert ist zudem, dass Paul Zukunft bislang weder einem Landeskader angehört noch eine Einzelmedaille bei Württembergischen Meisterschaften gewonnen hat. Nun gelang ihm ausgerechnet bei seinen ersten Deutschen Meisterschaften der Sprung auf das Podest – eine kleine Sensation.
David Kleinschrodt wird Siebter im Weitsprung
David Kleinschrodt war mit seinem Auftritt im Weitsprung der U20 nicht vollständig zufrieden. Mit der zweitbesten Meldeleistung von 7,25 Metern angereist und nach seinem fünften Platz bei den Deutschen U23-Meisterschaften in der Vorwoche, fand er in Bochum-Wattenscheid nicht optimal in den Wettbewerb.
Trotz guter Anläufe verlor er auf den letzten Metern vor dem Absprungbrett etwas an Geschwindigkeit und fand dadurch nicht in die optimale Absprungposition. Dennoch gelangen ihm bereits im ersten Versuch 6,99 Meter, obwohl er deutlich vor dem Brett absprang. In den folgenden Durchgängen konnte er sich nicht mehr steigern. Mit seiner Weite belegte er am Ende den siebten Platz.
Verletzung bremst Nina Richter aus
Unter einem unglücklichen Stern standen die Deutschen U16-Meisterschaften für Nina Richter. Die Siebenkämpferin hatte sich über 300 Meter Hürden für das Finale qualifizieren wollen.
Bei einem Testwettkampf in Tailfingen war sie eine Woche zuvor jedoch an der fünften Hürde hängen geblieben und hatte sich eine schmerzhafte Fersenprellung zugezogen. Dadurch konnte sie in Bochum-Wattenscheid nicht frei und ohne Beschwerden laufen.
Die Verletzung beeinträchtigte Nina deutlich. In der Zielkurve geriet sie an einer Hürde aus dem Rhythmus und verlor wertvolles Tempo. Auf der Zielgeraden nahmen die Schmerzen weiter zu, sodass sie einige Konkurrentinnen ziehen lassen musste. Nach 46,80 Sekunden erreichte sie das Ziel.
Diese Zeit hätte dennoch für den Einzug ins B-Finale gereicht. Aufgrund der erneut aufgetretenen Fersenprobleme entschied sich die 15-jährige Mössingerin jedoch gegen einen weiteren Start. Mit Blick auf die in sechs Wochen stattfindenden Deutschen Mehrkampfmeisterschaften war der Verzicht die vernünftige Entscheidung.




