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Alb-Walking "Region der 10 Tausender“


Geschrieben von Peter Reif. Veröffentlicht in NW Aktuelles 2015.

Alle hatten so ihre Zweifel, ob Petrus der gemischten Gruppe aus Tübingen und Mössingen wohlgesonnen sein würde. Ein Blick zum Himmel verspricht indes einen trockenen Wandertag. Es sind angenehme 15 Grad an diesem Septembersonntag, die idealen Voraussetzungen für das Vorhaben: Es soll hoch hinaus gehen mit dem Ziel, sechs der zehn Tausender der Schwäbischen Alb zu "erklimmen".

Von Tübingen aus startet der Zug mit neun Wanderbegeisterten des Post-SV Richtung Balingen. In Mössingen nimmt er noch weitere elf von der LG Steinlach auf. In Balingen besteht sofortig Anschluss, um mit dem Wandershuttle zum Lochensattel bei Tieringen zu gelangen. Wanderführer Peter Reif von der Abteilung Nordic Walking des Post-SV Tübingen stellt den Teilnehmern die Tour vor. Sie wurde in Zusammenarbeit beider Vereine ausgearbeitet und ins Walkingprogramm der LG Steinlach für dieses Jahr aufgenommen. Mit einer Gesamtstrecke von 18 Kilometern und einem Höhenunterschied von 780 Metern werden die Teilnehmer schon ein bisschen ins Schwitzen kommen. Das weiß jeder, der auf der Alb wandert, und sogleich wird mit Schwung der erste Anstieg zum "Gespaltenen Fels" mit genau 1000 m genommen. Von hier aus genießt man eine herrliche Sicht auf das Albvorland bei Balingen.

Die Strecke führt nun auf 840 m hinab zum Anstieg des Plettenbergs (1002 m). Hier bekommt man einen Blick in das Innenleben des Bergs mit seinem riesigen Steinbruch, wo der Alb-Jura aus dem Berginnern herausgesprengt und ins Tal nach Dotternhausen dem Zementwerk mit der Seilbahn angeliefert wird. Von der Hochfläche dieses großflächigen Tafelbergs eröffnete sich eine grandiose Sicht auf die südlichen Albberge, den Schwarzwald und das nördliche Albvorland. Bei der Plettenberghütte ist eine Mittagspause angesagt. Eine rabenschwarze Wolkenwand kam bedrohlich näher, hat sich dann aber doch verzogen und die Walkerinnen und Walker auf dem Trockenen belassen.

Der Abstieg zum Tal der Schlichem war ziemlich alpin. Im Bewusstsein, was man von nassen Wurzeln zu erwarten hat, können Stürze und dreckige Hosen mit Vorsicht und den Stöcken vermieden werden. Am Fischzuchtweiher an der Ratshäusener Straße beginnt der 350 m-Anstieg zum Rainen (1006 m), wenige Minuten später wird die Deilinger Kapelle erreicht (diese gehörte einem Bauern der den früheren Steighof bewirtschaftete). Dicht dabei ist der Bol (1002 m). Der Wandbühl (1007 m) wird nur von weitem in die Tour einbezogen, da er keine Aussicht bietet und nicht mehr ganz in das Zeitkontingent passt. Der nächste Berg hat den merkwürdigen Namen "Montschenloch" (1004 m). Hier war einmal eine Funkstation für die Alliierten nach dem zweiten Weltkrieg. Die letzte Etappe führt zum Deilinger Turm. Eine Hütte mit Bewirtung kommt für die durstigen Kehlen gerade recht. Jetzt geht es nur noch bergab. In Deilingen geht es mit dem Bus zum Balinger Bahnhof und dann mit der Bahn ganz flott nach Mössingen und Tübingen zurück.

Aus der Region der „10 Tausender“ fehlen jetzt nur noch folgende Berge: Oberhohenberg, Hochberg, Lemberg, Hochwald, Kehlen und Hummelsberg. Diese stehen nächstes Jahr auf dem Programm. Auf diese Tour sind wir heute schon gespannt.