Mitgliederversammlung der LG Steinlach-Zollern am 20. März 2026

„Gemeinsam bewegen. Gemeinsam wachsen. Gemeinsam Verantwortung übernehmen.“
Mit diesem Leitgedanken eröffnete Petra Becker für das Vorstandsteam die Mitgliederversammlung der LG Steinlach-Zollern und setzte damit bewusst den Ton für den Abend. In ihrer Ansprache machte sie deutlich, dass die zahlreichen sportlichen Erfolge und das vielfältige Vereinsleben nur durch das große ehrenamtliche Engagement vieler möglich sind. Gleichzeitig fand sie klare Worte zur aktuellen Situation: Die gestiegenen Anforderungen in Organisation, Sportbetrieb und Veranstaltungsmanagement seien vom kleinen Vorstand auf Dauer nicht allein zu stemmen. Mit einem eindringlichen Appell warb sie daher um mehr Unterstützung aus den Reihen der Mitglieder – denn die Zukunftsfähigkeit des Vereins hänge entscheidend davon ab, Verantwortung auf mehr Schultern zu verteilen.
Vor zahlreichen Mitgliedern sowie Bürgermeister Martin Gönner blickte die LG Steinlach-Zollern auf ein insgesamt äußerst erfolgreiches Jahr 2025 zurück – sowohl sportlich als auch organisatorisch.
Im sportlichen Bereich sprach Sportvorstand Martin Grundmann von einem echten Ausnahmejahr für die LG Steinlach-Zollern. Über alle Altersklassen hinweg – von der Kinderleichtathletik über die Jugend bis hin zu den Aktiven, Triathleten und Masters – zeigte sich eine positive Entwicklung. Besonders im Nachwuchsbereich sind die Trainingsgruppen gewachsen. Dies unterstreicht die Attraktivität der Leichtathletik innerhalb der LGSZ, bringt jedoch gleichzeitig auch Herausforderungen mit sich. Trotz bereits erzielter Verbesserungen bleiben insbesondere die Hallenkapazitäten im Winterhalbjahr – vor allem in Mössingen – weiterhin ein limitierender Faktor für Trainingsqualität und Entwicklungsmöglichkeiten.
Die Kinderleichtathletik bildet weiterhin das Fundament der Vereinsarbeit und wird durch das Vorschulangebot im Rahmen des MiLa-Programms sinnvoll ergänzt. Ziel bleibt es, Kinder langfristig für Bewegung und Sport zu begeistern und die Übergänge zwischen den Altersstufen im Verein noch besser zu gestalten.
Sportlich konnten die Athletinnen und Athleten herausragende Erfolge feiern: Insgesamt wurden 30 Medaillen bei Landesmeisterschaften sowie sieben Medaillen bei Deutschen Meisterschaften gewonnen, darunter fünf Goldmedaillen. Zwei Leistungen stechen dabei besonders hervor: Der 15-jährige Clesio de Carvalho stellte einen deutschen Schülerrekord im Diskuswurf auf. Zudem erreichte Sandrina Sprengel bei den Weltmeisterschaften in Tokio als jüngste Teilnehmerin einen hervorragenden fünften Platz im Siebenkampf. Beide Erfolge sind in dieser Form einmalig in der Geschichte der LG Steinlach-Zollern.
Diese Erfolge sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer über viele Jahre hinweg kontinuierlichen und engagierten Trainingsarbeit. Sie zeigen eindrucksvoll, dass die sportliche Entwicklung im Verein auf einem starken Fundament steht – getragen vor allem vom großen ehrenamtlichen Engagement der Trainerinnen und Trainer sowie vieler weiterer Unterstützer im Hintergrund.
Auch im Lauf- und Triathlonbereich zeigte sich die große Bandbreite des Vereins. Viele Athletinnen und Athleten waren bei regionalen und überregionalen Wettkämpfen erfolgreich am Start. Gleichzeitig sprechen breitensportliche Angebote wie „Hechingen läuft“, Nordic Walking oder der Schnuppertriathlon gezielt Einsteiger und Freizeitsportler an und tragen zur nachhaltigen Mitgliederbindung bei.
Neben den sportlichen Erfolgen wurde auch das vielfältige und qualitativ hochwertige Vereinsleben von Petra Becker noch besonders hervorgehoben. Die LG Steinlach-Zollern organisierte im vergangenen Jahr zahlreiche Veranstaltungen, die sowohl sportlich als auch gesellschaftlich eine große Bedeutung haben.
Ein herausragendes Beispiel ist der Mössinger Röwa-Lauf, der mit deutlich über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – darunter besonders viele Kinder – längst zu einem festen Bestandteil des städtischen Veranstaltungskalenders geworden ist und als echtes Highlight im Vereinsjahr gilt.
Gleichzeitig zeigen auch die Trainingslager, etwa in Brixen für Schüler- und Jugendliche sowie in Freudenstadt im Kinderleichtathletik-Bereich, wie wertvoll diese Angebote über den sportlichen Aspekt hinaus sind. Gerade im Hinblick auf Gemeinschaft, Zusammenhalt und persönliche Entwicklung leisten sie einen wichtigen Beitrag.
Ergänzt wird dieses breite Angebot durch zahlreiche weitere Formate – etwa das liebevoll gestaltete Sommerprogramm des Nordic Walkings mit abwechslungsreichen Strecken, die Stadionveranstaltungen wie das Talentsportfest und das Nachwuchsmeeting nach den Sommerferien oder auch monatlichen Angebote der Vollmondläufe und -walkings. Veranstaltungen wie der Stand auf dem Rosenmarkt oder der Apfellauf im Oktober tragen dazu bei, den Verein sichtbar zu machen und das Gemeinschaftsleben aktiv zu gestalten.
Diese Formate erfordern ein hohes Maß an Organisation und ehrenamtlichem Engagement, zeigen aber gleichzeitig, wie viel positive Resonanz und Gemeinschaft daraus entsteht.
Diese erfordern ein hohes Maß an Organisation und ehrenamtlichem Engagement, zeigen aber gleichzeitig, wie viel positive Resonanz und Gemeinschaft daraus entsteht – sie prägen das Vereinsleben maßgeblich und stärken die Verbindung zur Region.
Die Mitgliederentwicklung zeigte ein differenziertes Bild, das von Vorstandsmitglied Ole Ahrens vorgestellt wurde. Während der TV Hechingen als Kooperationspartner innerhalb der LG Steinlach-Zollern Zuwächse verzeichnen konnte, ist die Mitgliederzahl auf LG-Seite leicht rückläufig. Ein möglicher Grund hierfür sind unter anderem die weiterhin eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten im Winterhalbjahr. Insgesamt bewegt sich der Verein jedoch weiterhin auf einem stabilen Niveau von rund 650 Mitgliedern. Nachdem im Jahr 2025 ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, konnte dieser zu Beginn des aktuellen Jahres durch zahlreiche Neueintritte bereits wieder kompensiert werden.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Ehrung der „Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2025“ im Jugend- und Aktivenbereich. Ausgezeichnet wurden Kelson de Carvalho, Nikolas Mehrer, Wiebke Schiwy sowie Sandrina Sprengel. Während Sandrina Sprengel aufgrund ihrer Teilnahme an der Hallen-Weltmeisterschaft nicht persönlich anwesend sein konnte, führte Martin Grundmann mit Kelson de Carvalho und Wiebke Schiwy persönliche Kurzinterviews im Saal; Nikolas Mehrer wurde online zugeschaltet. Die Geehrten erhielten jeweils eine personalisierte Urkunde sowie ein Präsent.
Kelson de Carvalho wurde für seinen Titel als deutscher Jugendmeister im Diskuswurf ausgezeichnet. Besonders beeindruckend war dabei, dass er diese Leistung trotz erheblicher Verletzungsprobleme und nahezu ohne reguläre Wettkampfvorbereitung erreichte. Im Gespräch schilderte er eindrucksvoll, wie sehr ihn Schmerzen und gesundheitliche Einschränkungen über die gesamte Saison begleitet hatten – umso bemerkenswerter war sein sportlicher Erfolg.
Wiebke Schiwy wurde als deutsche Vizemeisterin im Cross-Triathlon sowie für ihre starken internationalen Ergebnisse geehrt. Im Interview machte sie deutlich, wie viel Organisation, Disziplin und Prioritätensetzung nötig sind, um Training, Beruf, Familie und Wettkampf auf diesem Niveau miteinander zu verbinden. Ihre Aussagen unterstrichen eindrucksvoll, wie viel Einsatz hinter den gezeigten Erfolgen steht.
Nikolas Mehrer wurde unter anderem für seinen zweiten Platz beim Ironman in Schweden geehrt, der ihm zugleich die Qualifikation für die Langdistanz-Weltmeisterschaft auf Hawaii einbrachte. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass es sich um seine erste Teilnahme über die Langdistanz handelte. In der Zuschaltung berichtete er eindrucksvoll von den körperlichen und vor allem mentalen Herausforderungen eines solchen Wettbewerbs. Anschaulich schilderte er die wechselnden Phasen zwischen Belastung, Zweifel und neuer Motivation, die einen stundenlangen Wettkampf prägen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass hinter seinen Erfolgen nicht nur individuelle Leistung steht, sondern auch der starke Teamgeist innerhalb der Triathlon-Abteilung. Gerade dieses Miteinander im Training und bei Wettkämpfen sei für ihn ein wesentlicher Teil dessen, was den Verein auszeichne.
Sandrina Sprengel wurde nicht nur für ihren herausragenden fünften Platz bei den Weltmeisterschaften geehrt, sondern auch für ihre beiden deutschen Meistertitel im Hallen-Siebenkampf und Freiluft-Siebenkampf bei den Frauen. Sie wird ihre Ehrungsurkunde nachgereicht bekommen.
Auch finanziell steht der Verein auf soliden Füßen. Der Finanzbericht wurde von Thomas Holzer vorgestellt. Zwar wurde im Jahr 2025 durch Sondereffekte ein Defizit verzeichnet, dieses fiel jedoch geringer aus als ursprünglich erwartet. Mit dem Wegfall dieser Sondereffekte sowie dem erstmals greifenden Abteilungsbeitrag Leichtathletik ist der Finanzvorstand zuversichtlich, in den kommenden Jahren wieder ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen und gleichzeitig die sportliche Entwicklung weiterhin zu fördern.“
Kassenprüfer Heinz Fröhlich bestätigte eine ordnungsgemäße und transparente Finanzführung und empfahlen der Versammlung die Entlastung des Vorstands.
Bei den anschließenden Wahlen wurde der Vorstand nicht nur einstimmig bestätigt, sondern auch erweitert – ein direktes Signal als Reaktion auf die gestiegenen Anforderungen im Verein. Neu in das Vorstandsteam wurde Marcus Strohmaier gewählt, der sich früher als Lauftreffleiter sowie aktuell als Trainer im Schüler-Bereich engagiert. Seine Bereitschaft, zusätzliche Verantwortung zu übernehmen, wurde von der Versammlung ausdrücklich begrüßt.
Auch die Abteilungsleitungen sowie die Kassenprüfer wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.
Bürgermeister Gönner würdigte in seinem Grußwort insbesondere die starke Jugendarbeit, die große Bandbreite des Vereins sowie dessen Bedeutung für das gesellschaftliche Leben in der Region. Gleichzeitig verwies er auf bestehende Herausforderungen im Bereich der Sportstätten und betonte die Notwendigkeit eines konstruktiven Miteinanders.
Die Mitgliederversammlung machte deutlich: Die LG Steinlach-Zollern ist sportlich hervorragend aufgestellt, breit in der Region verankert und lebt in besonderem Maße vom Engagement ihrer Mitglieder. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, wird es entscheidend sein, Verantwortung gemeinsam zu tragen und die Vereinsarbeit auf viele Schultern zu verteilen.



